
Heute haben wir unseren großen Auftritt beim YES-Camp. Fast pünktlich um halb acht fuhren wir los, um rechtzeitig da zu sein. Gaby und Christa haben mit Aline den Gebetsraum wundervoll vorbereitet.
Dann merkten wir, dass wir alleine den Vormittag gestaltet haben.


Es gab viele Gebetsanliegen und wir hatten Sorge, dass wir den Erwartungen der Besucher nicht gerecht werden können. Wir bildeten zwei Gebetsteams mit je zwei Teilnehmern. Wir fanden Leiter, die für uns die Übersetzungen machten. Für mich war es eine besondere Erfahrung, gemeinsam mit Christa für diese jungen Menschen zu beten.
Auch der Thronsaal wurde nach einiger Zeit des Zögerns genutzt.
Die von uns eingerichtete Klagemauer war voll mit persönlichen Notizen, für die wir Klebezettel bereitgelegt hatten..
Auch der Fußballworkshop mit Danny und Wolfgang war auch gut besucht und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren schnell für das Angebot zu begeistern.
Der Workshop für das Liederschreiben mit Winston hat sogar ein neues Lied kreiert..
Von Karel und ein Mitglied aus der Commewijner Gemeinde wurden wir mittags beköstigt. Es gab ein indisches Fischgericht mit Roti und Reis. Der Rest Fisch wurde für uns eingepackt.
Danach besuchten wir die Fischfabrik von Ryan, aus der Gemeinde von Nieuw Amsterdam. Wir haben dafür gebetet, dass er mit seiner Fabrik wirtschaftlichen Erfolg hat. Er will nach Möglichkeit über den Bedarf der umliegenden Gemeinden hinaus produzieren. Als ein kleines Geschenk gab er uns eine Tüte Trockenhaifisch mit.
Danach beteten wir für die Mutter von Ryan, die krank im Bett lag.

Von dort fuhren wir nach Lelydorp zurück, um uns auf den Abend vorzubereiten. Es gab wieder einen Abend-Gottesdienst mit tollen Lobpreisliedern und einer supertollen Stimmung unter den Menschen. Die YES-Praisband interpretierte auch das Lied, das Winston mit seinem Workshop entwickelt hatte. Auch wir hatten wieder unseren Auftritt mit Hosianna, unseren letzten auf dieser Reise.
Besonders auffällig war, dass viele Menschen sich besonders gut gekleidet haben. Und das trotz des Regens und der gesamten Situation auf dem Platz.
Winston hielt dann seine Predigt daüber wie es wäre, wenn er von Bill Gates adopiert worden wäre. Wäre er ein anderer Mensch geworden? Würde das viele Geld in freier machen, anerkannter?
Man spürte, dass die Predigt gut ankam. Direkt nach der Predigt gab es einen Aufruf, dass diejenigen, die ein Anliegen haben und für sich beten lassen wollen, nach vorne kommen sollten. Es waren so viele Menschen, dass Winston auch die deutsche Gruppe – also uns – aufforderte, dazu zu kommen um für diese Menschen zu beten.
Für mich war dies eine erneute Herausforderung: Plötzlich stand ich ganz allein bei einem jungen Mädchen. Vorsichtig legte ich meine Hand auf ihre Schulter und betete still für sie. Dann kam jemand von den Betreuerinnen und bot sich an, für mich zu übersetzen. Was tun? Mein Englisch ist reichlich bescheiden, insbesondere wenn es um Worte des Glaubens geht. Ich fragte tapfer danach, für welches Anliegen ich beten soll: Sie sagte, dass sie sich minderwertig fühlt, sich nicht geliebt fühlt. Auch von ihrem Vater fühlte sie sich nicht geliebt.
Dann versuchte ich englisch zu beten. Es klappte nicht. Dann betete ich einfach deutsch. Ich betete dass der Herr ihr zeigen soll, dass er jeden Menschen liebt, so wie er ist. Um dieses Thema fand ich immer neue Worte und ich spürte, wie sie anfing zu zittern. Die Betreuerin fing sie auf, als sie plötzlich zitternd zusammensackte. Wieder fühlte ich mich hilflos. Ich kniete neben sie, legte meine Hand auf ihre Stirn und betete weiter. Nach einiger Zeit beruhigte sie sich und konnte kurz danach wieder aufstehen. Ich war erleichtert und fragte mich, ob und was ich jetzt wohl bewirkt haben könnte. Sie hat garantiert kein Wort von dem verstanden, was ich gebetet habe.
Ich setzte mich wieder hin und versank im Gebet, um das Erlebte zu verarbeiten.
Die Gebete gingen noch eine Zeit lang weiter und gingen fließend in weiteren Lobpreis über. Kurz nach 22 Uhr wurden dann die Jugendlichen und Kinder ins Bett geschickt. Winston sang dann noch unser Hosianna-Lied auf ein Handy eines Mitglieds der YES-Praisband.
Mit der Abreise mussten wir uns danach doch noch etwas gedulden, da Winston noch mindestens 1000 bekannte Gesichter auf dem Weg zum Auto traf. Aber dann war es endlich soweit und wir fuhren zurück. Zu Hause angekommen sprachen wir erst noch ein Gebet, um die erfahrenen Eindrücke an Gott abzugeben. Wir konnten durch unsere Gebete nur etwas anstoßen, alles Weitere liegt in den Händen des Herrn. Gegen Mitternacht war dann auch dieser Tag wieder zu Ende.